© 2019 Lara Werth

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Amateurweltmeisterschaft 2018, Athen

Nach dem Atelier gehts ab in den Ring. 

Derzeit mag sie die Kombination. Dass sie ungewöhnlich ist, weiß sie natürlich. Die anderen Künstler schauten sie ähnlich verdutzt an, wenn sie über Kampfsport redet, wie die Boxer, denen sie vom Malen erzählt. Aber gerade die Gegensätze faszinieren sie. „In der Kunst ist nichts obligatorisch, man hat viel Ablenkung und Freiraum. Da sagt dir keiner, dass du um 8 Uhr im Atelier stehen musst. Der Kampfsport hingegen basiert auf Disziplin.“ Und wer könnte die besser gebrauchen, als eine 23-Jährige, die mehrere Leben gleichzeitig führt.

                                                                        

                                                                                                   Mai 2019, Westdeutsche Zeitung

Koh Yao Noi, Thailand 2019.

Um 5:40 Uhr klingelt der Wecker. Meine Arme und Beine sind vom Training unfassbar schwer, die Klimaanlage ist mal wieder ausgefallen und meine Zimmernachbarin schnarcht friedlich vor sich hin. Oh man, sie steigt ja auch nicht Samstag Abend in den Ring. Ich weiß: liegen bleiben ist keine Option. 

Gleich geht die Sonne auf, wir laufen und laufen. Vorbei an den paradiesischen Stränden, Schulkindern die uns grüßen, uns kennt jeder von den Plakaten. Neben uns: Coach OH, eine thailändische Legende, der uns auf seinem Motorrad durch den Dschungel jagt. Eine Stunde geht das so, jeden Morgen. Ich will aber gar nicht dass es vorbei ist, das ist ja nur das Aufwärmen. Am Camp warten nämlich 7 Thais mit Pads auf uns, bereit uns fertig zu machen. Das sind 2 Trainer pro Person, da kann man sich nicht selbst verarschen. Achja, um 15:00 Uhr treffen wir uns dann wieder für die nächste Runde. Final Count Down.. Samstag Abend heißt es Lets Get Ready To Rumble..